An Pfingsten haben wir mit fast 30 Mitgliedern unseres Stammes am Bezirkspfingstlager des Lahnbezirks teilgenommen. Hier haben wir mit 250 Pfadfinderinnen und Pfadfindern die Burg Freienfels und deren Turnierplatz für ein Wochenende wieder in den Schauplatz mittelalterlicher Schlachten und höfischer Intrigen verwandelt. Mit dabei waren auch die Stämme Zugvögel (Lauterbach), Wüstenfüchse (Homberg (Ohm)), Löwenherz (Marburg), Eisvogel (Lich), Wikinger (Buseck-Beuern), Chatten (Wettenberg), Deutschritter (Gießen), Greif (Wetzlar), Feuerreiter (Braunfels) und Christophorus (Zollhaus).

Kinder entwickeln Charaktere für mittelalterliches Abenteuerspiel

Unter anderem stand als Höhepunkt des Lagers ein ganztägiges theaterpädagogisches Rollen- und Geländespiel im Mittelpunkt, dazu waren eigens einige Akteure des Vereins Waldritter angereist, die Erlebnispädagogik für Kinder und Jugendliche anbieten und dies in Freienfels mit einem mittelalterlichen Abenteuerspiel verknüpften. Finanziell wurde uns dieses Spiel von der Stiftung Pfadfinden ermöglicht. Für das Spiel hatten wir uns schon im Vorfeld  überlegt, in welchen Charakter wir für vier Tage schlüpfen wollen. Krieger, Zauberer, Ritter, Knappen, Handwerker, Bettler, Räuber, fahrendes Volk beispielsweise – aber es waren auch Freibeuter erlaubt, denn so eng wurde das nicht gesehen. Einzige Grenze: Der Charakter musste in sich stimmig sein und dargestellt werden können. Denn ein Zauberer, der alles verzaubert, den gibt’s nun mal nicht. Auch wurden vorher schon die Kostüme erarbeitet. Ort des Geschehens war die Burg, auf der sich der Hofstaat, die Ritter und einige Wachen befanden. Im Thronsaal saß König Gunther VII, ein Tyrann, der sein Volk mit seinen Wächtern und viel zu hohen Steuern schikanierte. Das Volk lebte unten auf dem Turnierplatz des Freienfelser Burgvereins im Dorf, und im Wald dazwischen bewegten sich die Rebellen, die den König stürzen wollten. Im Geländespiel schließt sich dann das Volk mit den Rebellen zusammen, stürzt den König und übernimmt die Macht. Wie die Wahl von Prinzessin Rosinchen ausfiel, die sich unter vielen Bewerbern einen Ehemann aussuchte, konnte zu Beginn noch niemand sagen. Möglicherweise hat sie den Räuberhauptmann erwählt. Die Kinder hatten riesigen Spaß und waren mit Eifer bei der Sache. So wurden einige beispielsweise von Lord Hagen im Waffentraining geschult. Sie traten im Zweikampf gegeneinander an. Und wer die drei Regeln des ritterlichen Kampfes (nicht auf den Kopf und nicht über Schulterhöhe schlagen sowie nicht stechen) nicht befolgte, der war die längste Zeit „Wächteranwärter“ gewesen. Es folgte ein Tag mit Spielen und handwerklichem Arbeiten, wir am Ende des Lagers auch etwas Bleibendes mit nach Hause nehmen konnten. Da wurden Holzteile geschnitzt, Kupfer getrieben, Körbe geflochten, Stoff bemalt und anderes mehr. Am Abend sorgte eine gemeinsame Singrunde auf der Burg für einen stimmungsvollen, von Fackelschein umgebenen Tagesabschluss. Der Abschlusstag stand dann ganz im Zeichen des Abbaus und der Heimreise. Wir waren alle sehr dankbar, dass der Förderverein Burg Freienfels das Gelände uns zur Verfügung gestellt hat.

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