Wenn wir Pfadfinder*innen vom BdP Stamm Konradstein in den Sommerferien auf Fahrt oder Lager gehen, bereisen wir oftmals fremde Länder, lernen viele nette und hilfsbereite Menschen kennen und erleben eine Menge spannender Abenteuer!

Drei Wochen quer durch Rumänien wandern, das war im Sommer 2015 der Plan für uns sieben Pfadfinder*innen. Wir waren damals zwischen 15 und 26 Jahre alt.

Zwischen dem 28.07. und dem 18.08. waren wir mit 220 weiteren Pfadfinder*innen aus Hessen in Rumänien unterwegs. Unsere Fahrtengruppe startete in der Region Siebenbürgen und machte sich von Arad auf, um das schöne Rumänien zu erkunden.

Die ersten Tage bestritten wir Konradsteiner alleine die Fahrt. Wir fuhren mit einem alten Zug, dessen Türen während der Fahrt offenstanden und man dadurch den Fahrtwind spüren konnte und die Landschaft ganz anders wahrnahm.

Wir trafen uns, wie im Vorfeld bereits abgesprochen, nach einigen Tagen mit dem Stamm Greif aus Wetzlar. Mit insgesamt 14 Leuten starteten wir in unser bis dahin aufregendes Abenteuer der Nera-Klamm (Region Banat). Dorthin fuhren wir mit einem Bus, wir man ihn auch aus Deutschland kennt. Nachdem uns eine nette rumänische Dame erklärter welcher Bus unserer ist und auch noch sicherheitshalber die Nummer der Polizei aufschrieb, ging unserer Busfahrt los. Alles in allem eine gewöhnliche Busfahrt, bis auf die Außentemperaturen. Laut Busthermometer betrug diese bei der Abfahrt 31°C und in unserem Zielort 45°C. Unser größtes Problem dabei: Die Klimaanlage des Busses war außer Funktion. Mit Sicherheit die längste und wärmste Busfahrt für uns alle.

An unserer Zielbushaltestelle in Eftimie Murgo agekommen, war es immer noch drückend schwül und unser Tagesziel lag noch einige Kilometer entfernt.

Ja, trampen mit 14 Leuten kann eine Herausforderung darstellen. Doch idealerweise hielt ein LKW an, der uns mitnahm. Keiner von uns war bisher mit einem LKW getrampt. Aber das ist eben das Abenteuer Fahrt. Im Dorf angekommen wurden wir von zwei hilfsbereiten Jugendlichen zu einem schönen Platz am Bach gebracht, auf dem wir zelten konnten.

Entlang des Baches gab es viele tolle Mühlen. Hier blieben wir zwei Nächte und erkundeten die Umgebung.

Wir Konradsteiner hatten unsere Kohte (Zelt) mit. Ein “Schwarzzelt” aus vier Planen, die an einem Stamm in der Mitte hochgezogen werden. Einen Boden gibt es nicht. Wenn es kalt ist, oder es regnet spannt man ein Dach ab, ansonsten kann man den Sternenhimmel genießen. Die Ungewissheit morgens nicht zu wissen wo man abends schläft und was der Tag so bringt, das ist für uns Freiheit und Unabhängigkeit.

Nach unserer Pause zogen wir weiter Richtung Nera-Klamm. Kurz vor der Klamm machten wir abends noch einen letzten Halt in einem Dorf um noch einmal unsere Wasserflaschen aufzufüllen und Brot zu kaufen.

Ganz unvorbereitet stand nach kurzer Zeit gefühlt das ganze Dorf um uns herum und wollte wissen wer wir sind, wo wir herkommen und was wir hier machen. Wir erzählten ihnen über uns und die Dorfbewohner beschenkten uns ganz selbstlos mit Gemüse aus den eigenen Gärten und Speck sowie Milch von ihren Tiere.

Wir hatten zwar von der großen Gastfreundschaft der Rumänen gehört, aber soviel Herzlichkeit machte uns sprachlos. Sie fingen sogar ein bisschen an zu streiten, wer uns alle 14 Pfadfinder*innen zum Abendessen einladen durften und bei wem wir im Garten übernachten sollten.

Zum Glück kam uns ein Österreicher, der in diesem Dorf geboren war und gerade hier Urlaub machte, zur Hilfe. Er vermittelte und schließlich teilten wir uns auf. Natürlich wollten wir nicht, das extra für uns Essen gekocht wird, aber wir kamen, trotz mehrfacher Versuche, nicht drumherum. Und was soll man sagen … das Essen und die Gastfreundschaft waren grandios. Nach dem wirklich leckeren Essen trafen wir uns wieder in der Dorfmitte und sagen für alle Dorfbewohner noch ein Lied als Dank. Danach hielten wir alles noch in einem gemeinsamen Gruppenfoto fest. Mittlerweile war auch der Bürgermeister des Dorfes da. Für ihn war es selbstverständlich, dass wir natürlich in seinem Garten übernachten. Der Garten stellte sich als Putengehege heraus. Auch um diese Einladung kamen wir nicht drumherum. Wir wurden sogar mit einem Transporter abgeholt. Es waren zwar nur ein paar hundert Meter, aber das ließen sich die Dorfbewohner nicht nehmen. Im Garten angekommen bauten wir unsere Kohte auf, erzählten dem Bürgermeister und seiner Familie noch etwas über unsere bisherige Fahrt, bekamen noch eine Einladung zu einer Hochzeit und sangen noch ein paar rumänische Lieder. Dann endete auch dieser außergewöhnliche und spannende Tag.

Am nächsten Morgen weckten uns die freilaufenden Puten. Wir bekamen noch ein üppiges Frühstück, tauschten unsere Adressen aus, um von unseren neuen Abenteuern zu berichten und machten uns auf den Weg Richtung Nera- Klamm.
Nach endlosem laufen, war unser Startpunkt des Nera-Weges fast erreicht. Wir schliefen die Nacht direkt an dem Fluss. Und am nächsten Morgen ging es auch schon los. Direkt am Anfang  mussten wir eine Holzleiter hochklettern. Gar nicht so einfach mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken.

Der Weg den wir liefen war ein alter Römerweg, der als Schlucht in den Fels geschlagen war. Auf der einen Seite und meist auch über einem war die Felswand und auf der anderen Seite ging es sehr steil zur Nera hinunter. Manchmal konnte man nur gebückt den Weg beschreiten oder musste durch einen Tunnel laufen.

Den Ende des Weges krönte eine alte Holzbrücke. Auf der anderen Seite der Brücke war der Wanderweg dann offiziell zu Ende.

Ein weiteres Highlight dieses Sommers in Rumänien war das gemeinsame Abschlusslager und die vorherigen Tage in Sibiu. Wir haben etwas außerhalb von Sibiu zwei Tage auf einem Campingplatz verbracht. Von dort aus konnte man bequem mit einer abenteuerlichen Bahn ins Herz von Sibiu fahren. Wir trafen dort, ganz zufällig, noch eine Fahrtengruppe aus Wiesbaden und verbrachten mit dieser die besagten zwei Nächte auf dem Campingplatz. Wir entscheiden gemeinsam einen Tagesausflug nach Sibiu zu unternehmen. Die Stadt war 2007 Kulturhauptstadt Europas. Wir genossen dort das bunte Treiben der Menschen, erkundeten die Stadt mit den kleinen Läden und kauften Postkarten und Souvenirs.

Auf dem dreitägige Abschlusslager, welches ca 80 km von Sibiu entfernt war, tauschten wir uns mit den anderen Fahrtengruppen aus, kochten typisch Rumänisches Essen, saßen bis tief in die Nacht am Lagerfeuer und sangen neue und alte Lieder. Langsam neigte sich die Fahrt zum Ende.

Nachdem wir 22 Tage lang quer durch Rumänien gewandert sind, kamen wir alle wieder wohlbehalten in Weilburg an.

Veranstalter: LV Hessen

Teilnehmende: 7 Konradsteiner – Nach einigen Tagen haben wir uns mit dem Stamm Greif aus Wetzlar zur Fahrtengruppe “Greifenstein” zusammengeschlossen.

Insgesamt: 220 Pfadfinder*innen aus ganz Hessen

Zeitraum: 28.07.2015 – 18.08.2015

Land: Rumänien

In diesen Regionen waren wir unterwegs: Siebenbürgen, Banat

Und hier ein paar Eindrücke von unserer Fahrt:

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