Inklusion ist eine Chance für den Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. sich weiter zu öffnen, gesellschaftliche Entwicklungen mitzugestalten und in der Organisation abzubilden. Diese Öffnung ist notwendig, damit Ehrenamt und das Abenteuer Pfadfinden auch in Zukunft Rückhalt, Anerkennung und eine Daseinsberechtigung in Gesellschaft und Politik finden. (Vgl. Konzept, AK Inklusion)

Inklusion – Was ist das eigentlich?

Viele Menschen haben den Begriff schon gehört. Aber was genau steckt dahinter? Und was bedeutet Inklusion für jeden von uns persönlich?

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Egal wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast. Jeder kann mitmachen. Zum Beispiel: Kinder mit und ohne Behinderung lernen zusammen in der Schule. Wenn jeder Mensch überall dabei sein kann, am Arbeitsplatz, beim Wohnen oder in der Freizeit: Das ist Inklusion.

Hier eine kurze Erklärung der unterschiedlichen Begriffe:

Exklusion

Der Begriff Exklusion kommt aus dem lateinischen „excludere“ und bedeutet „ausschließen“ oder „hindern“. Hier wird Menschen mit Behinderungen oder Be­einträchtigungen kein Platz in unsere Gesellschaft geboten. Oftmals gelten sie als bildungsunfähig und werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

Separation

Separation ist die Aussonderung von Menschen, die Aufgrund von z.B. Behinderung, Migrationshintergrund, o.ä. niht in die „Norm“ der Geseelschaft passen. In den letzten Jahrzehnten war dies in Deutschland hauptsächlich der Fall. Ausgesondert wird zum Beispiel durch die Abschiebung von Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf, auf Förderschulen. Hierbei verfolgt man das Ziel, homogene Gruppen herzustellen. Das Lernen soll dadurch erfolgreicher sein.

Integration

Integration kommt aus dem lateinischen „integratio“ und wir als (Wieder-) Herstellung einer Einheit/ eines Ganzen definiert.

Es geht um die Eingliederung eines Individuums in eine soziale Gruppe und deren Anerkennung als Mitglied. Integration ist das getrennte zusammenführen von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen. In dieser Form lernen Menschen mit und ohne Behinderung in einer Schule, aber oftmals in getrennten Klassen. Ziel ist hier, Kinder mit Förderbedarf in den normalen Unterricht zu integrieren. Dennoch kann es hierbei zu einer Bereicherung auf beiden Seiten kommen.

Inklusion

Das Wort Inklusion kommt aus dem lateinischen und bedeutet einschließen und einbeziehen. Hier ist Gleichberechtigung, Partizipation und soziale Teilhabe am Wichtigsten. Nicht die Menschen mit Behinderung werden integriert, sondern die Schule, die Gesellschaft und die Umwelt an ihre Bedürfnisse angepasst.

Inklusion heißt: Alle können teilhaben, mitmachen, dabei sein, mitgestalten. Das bedeutet: Offenheit für alle.

Auch wenn die Debatte um Inklusion mit der Ratifizierung der UN-BRK 2009 in Deutschland erneut ins Gespräch gekommen ist, so ist sie dennoch nicht neu. Die im Jahr 1994 von der UNESCO verabschiedete Salamanca Erklärung diskutierte bereits über Inklusion. Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen sollen angemessen und gemeinsam betreut und Inklusion als übergeordnetes Prinzip etabliert werden.

Integration teilt Menschen in zwei Gruppen: Behinderte und Nichtbehinderte. Inklusion geht von einer heterogenen Gesellschaft aus, in der Jede*r gleich aber auch verschieden ist. Inklusion versucht einen Wandel und ein Verständnis von Behinderung zu schaffen. Behinderung soll nicht als Eigenschaft einer Person gesehen werden.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte definiert Inklusion folgendermaßen: „Inklusion bedeutet, dass kein Mensch ausgeschlossen, ausgegrenzt oder an den Rand gedrängt werden darf. Als Menschenrecht ist Inklusion unmittelbar verknüpft mit den Ansprüchen auf Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Damit ist Inklusion sowohl ein eigenständiges Recht als auch ein wichtiges Prinzip, ohne dessen Anwendung die Durchsetzung der Menschenrechte unvollständig bleibt.“

#BeiUnsWillkommen #GegenRassismus

Beim Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. und allen seinen Untergliederungen ist jeder Mensch willkommen. Vor allem auch junge Menschen mit Migrationshintergrund und solche, die sich auf der Flucht vor unter anderem Krieg, Verfolgung, Unterdrückung, Naturkatastrophen oder wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit befinden, begrüßen wir in unseren Gruppenstunden, auf unseren Lagern und Fahrten und auf allen sonstigen Aktionen. Ausdrücklich möchten wir junge Menschen mit Migrationshintergrund nicht nur willkommen heißen, sondern auf sie zugehen, um Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen und voneinander zu lernen.Wir begrüßen die große Welle der Solidarität und Unterstützung in der Gesellschaft und wollen unseren Beitragzu Frieden und Toleranz leisten. Gleichzeitig treten wir ausländerfeindlichen Protesten und Stimmungsmache gegen Menschen, die Schutz bei uns suchen, entschieden entgegen. Als Pfadfinder*Innen verurteilen wir alle rassistischen und nationalistischen Parolen und Handlungen scharf. Wir dulden in unseren Reihen keine Form von Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass gegenüber anderen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer körperlichen oder geistigen Fähigkeiten, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrem sozialen Status oder ihrem Aufenthaltsstatus.

Für uns Pfadfinderinnen und Pfadfinder sind Weltoffenheit, Toleranz, Frieden und Völkerverständigung keine diskutablen Ansichten, sondern grundlegende Werte, für die wir eintreten und für deren Verwirklichung die weltweite Pfadfinderinnenbewegung steht. Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder tritt ein für eine bunte Gesellschaft, für Menschlichkeit sowie für ein friedliches und tolerantes Miteinander. Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder positioniert sich eindeutig gegen Rassismus und jegliche Art von Rechtspopulismus. Politische Tendenzen, die in rechtspopulistischen, demokratie-undmenschenfeindlichen Positionen zum Ausdruck kommen, sind nicht zu verharmlosen und nicht widerstandlos hinzunehmen. Wir fordern unsere Mitglieder und alle Pfadfinderinnen daher auf, weiterhin für unsere demokratischen Werte einzustehen und diese vorzuleben. Wir fordern die Entscheidungsträgerinnen aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft auf, gegen Rassismus, Nationalismus und Rechtspopulismus einzustehen. Der politische Einfluss muss sich gegen diese Tendenzen richten und für die Stärkung der demokratischen Grundordnung und der verfassungsmäßigen Grundrechte einstehen. Wir fordern die Politikerinnen auf, sich entschieden für Integration und Menschenfreundlichkeit einzusetzen und entsprechende politische Möglichkeiten zu nutzen.

Beschlüsse der 43. Bundesversammlung vom 27. –29. Mai 2016 in Immenhausen.

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